Pflege von Angehörigen

Ich pflege meine Angehörigen und gebe dafür meinen Job auf - was bringt mir das?

Seit dem 02.02.2006 gibt es die freiwillige Arbeitslosenversicherung für Pflegepersonen. Damit kann man sich freiwillig als pflegender Angehöriger in der Arbeitslosenversicherung weiter versichern (§ 28a SGB III). Damit ist neben der Rentenversicherung und der Unfallversicherung ein weiterer Schritt zur Absicherung von denjenigen getan, die sich entscheiden, den Weg der häuslichen Pflege statt der Heimeinweisung ihrer Angehörigen zu gehen.

Vorausgesetzt wird, dass die Pflegeperson innerhalb der letzten 24 Monate vor Aufnahme der Pflegetätigkeit mindestens zwölf Monate in einem Versicherungspflichtverhältnis gestanden oder eine Entgeltersatzleistung - etwa Arbeitslosengeld - bezogen hat oder unmittelbar vor Aufnahme der Pflegetätigkeit versicherungspflichtig beschäftigt war.

Die Pflegetätigkeit muss mindestens 14 Stunden wöchentlich umfassen. Gepflegt werden muss ein Angehöriger, der Leistungen aus der Pflegeversicherung oder Hilfe zur Pflege nach dem SGB XII erhält.

Die Weiterversicherung erfolgt auf Antrag, der innerhalb von einem Monat nach Aufnahme der Pflegetätigkeit oder nach Beendigung der Pflegezeit nach dem Pflegezeitgesetz gestellt werden muss.

Von Bedeutung ist die Möglichkeit der freiwilligen Weiterversicherung in erster Linie für Pflegepersonen, die ihre Erwerbstätigkeit aufgeben, um einen Angehörigen zu pflegen. Durch die freiwillige Weiterversicherung wird für die Zeit nach der Pflegetätigkeit ein neuer Arbeitslosengeldanspruch begründet, der ohne die Weiterversicherung nicht entstehen würde.

Personen, die bereits langjährig Pflege verrichten - etwa einen behinderten Angehörigen pflegen - erfüllen die Voraussetzungen zur Berechtigung einer freiwilligen Weiterversicherung leider nicht.